bastelalma

auch das bin ich

 

 


20.03.2011 Die Wiese heute ist wieder mal so ein Tag, an dem man den Frühling mit allen Sinnen erahnt und teilweise sogar sieht. Die Sonne freut sich, wenn sie Naturliebhaber ins Freie locken kann. So entschließen wir uns zu einem Spaziergang auf einer Wiese an der Spree. Es ist nicht irgendeine Wiese, sondern, die Wiese überhaupt. Wir treten aus dem Wald heraus und da liegt sie vor uns, sonnenbedeckt. Groß, flach und weit, fast unendlich. Aber nur fast. Irgendwo ganz fern rechts grasende Pferde, die die Weite der Wiese noch vertiefen. Links wird sie von ein paar Häusern begrenzt, die etwas erhöht liegen und eine anheimelnde Stimmung verbreiten. Und vor uns, in angemessener Spazierweite halbiert die schnell dahinfließende Spree die Wiese, an deren Ufer in lockerer Aufstellung Weiden und ein paar Sträucher kahl und filigran das Ufer makieren. Ein zarter leicht grüner Schimmer liegt auf dem hohen Weidengeäst. Wir gehen in Richtung Spree auf grobem noch grau und scheinbar leblosem Gras, das aber bei näherem Hinschauen schon vereinzelt und zögernd grüne Spitzen zeigt. Doch dann im Weitergehen gibt die Wiese stellenweise unseren Schritten federnd nach und es wird uns bewusst, dass das Winterhochwasser sich hier noch hartnäckig in der Wiese festgesetzt hat und sie noch nicht freigeben will. Matthias sucht mit vorausschauendem Blick, uns auf den etwas abgetrockneten Stellen in Richtung Spree zu führen. Das gelingt aber nur teilweise. Plötzlich sinken unsere Schuhe bei jedem Schritt etwas tiefer in den durchnässten Wiesenboden, den wir kurz und schnell durchschreiten, um nicht vollständig mit den Schuhen einzusinken. Wieder auf einer trockenen Stelle, krempeln wir vorsichtshalber die Hose knöchellang hoch, damit sie beim Weitergehen nicht mit dem etwas sumpfigen Untergrund ihre Bekanntschaft macht. So gelangen wir im Kreuz- und Quergang ans Ufer der Spree. Das Wasser scheint sich zu beeilen, und macht das mit viel Unruhe. Eine Kette von leicht bräunlichen Schaumflocken in unterschiedlicher Größe und Breite schwimmt in der Mitte der leichten Flussbiegung. Teilweise hängen die Flocken dicht zusammen oder versuchen aus der Kette auszubrechen und ihren eigenen Weg zu schwimmen, wirbeln in kleinen Strudeln herum und streben wieder in die Richtung, aus der sie gekommen sind. Aber sie schaffen es nicht zurück und müssen sich schließlich wieder fügen, um in der Schaumkette weiterzufließen. Die vereinzelten sehr eigenwillig knorrende Weiden stehen ungerührt am Uferrand. Im nachfolgendem geraden Flußverlauf steuert die Schaumkette an das gegenüberliegende Ufer und hält sich dort fest, und das Wasser des Flusses eilt ungeschmückt weiter. Auch wir wenden uns ab, weil im Weitergehen unser Blick sich auf den Weg konzentrieren muß. Schließlich beenden wir unseren sumpfigen Spaziergang und gehen in zum Waldesrand wo unsere Fahrzeuge auf uns warten
<< zur Übersicht >>


Betreff:
Kommentar:
'rot' ist eine.. 
06.11.2012, 20:21 Uhrvon nicht länger registriertem User
Erika! vielen lieben Dank für diese herrliche Geschichte - Du hast die Natur nicht nur genau beobachtet, sondern auch die richtigen Worte gefunden, um jeden besonderen Moment festzuhalten. Ich hoffe, Deine Schuhe und Hosen haben sich nun von der Wanderung erholt! Die Spree hatte das Ufer ja leider noch recht fest in ihrem nassen Griff. Wenn das Gras im Sommer wieder trocken ist, können wir gerne nochmal neu Anlauf nehmen. Viele Grüße - auch von Anett - und nochmal lieben Dank für diese kleine Geschichte Matthias Hallo Bastelalma, Das sind lyrische Impressionen, die beindruckend und realistisch so einen romantischen Ausflug beschreiben; als wär man selbst dabei. Sehr schön, aber jetzt muss ich erstmal trockene Socken anziehen! Hy
[ Besucher-Statistiken *beta* ]